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Kopf schlägt Kapital

By am Dez 9, 2014 in Buchempfehlung | 0 comments

Buchempfehlung

  • Aufforderung zum Tanzen
  • Scheiß auf Banken
  • Scheiß auf Zahlen 

Kopf schlägt Kapital von Günter Faltin

 

Herr G. Faltin denkt anders als die große Masse, die sich mit dem Thema Existenzgründung auseinandersetzt. Er verurteilt die Menschen, die Business-Administration verherrlichen und verehrt den Entrepreneur, der nach seiner Meinung kreativ daran geht ein Ideenkonzept zu entwickeln und sich nicht mit den schnöden Zahlen aufhält. 

Es darf kein Patentrezept erwartet werden. Ein Ideenkonzept zu entwickeln bedarf einer eigenen Idee und die muss gefunden werden. Ist die Idee da, ist der Grundstein gelegt und es kommt die harte Arbeit. Die Ausarbeitung des Ideenkonzepts ist umfangreich und erfordert Kraft und Ehrgeiz. 
Es sei erwähnt, dass auch die beste Gründeridee eine Wette bleibt. Diese Wette kann verloren werden.

Die wichtigsten Punkte:

  • Erstellung eines ausgearbeiteten, verständlichen und qualitätsgesicherten Ideenkonzepts
  • Ein gutes Ideenkonzept ist wichtiger als Kapital
  • Der eigentliche Businessplan ist Nebensache und gehört eher in die Kategorie Glücksspiel. Wer kann denn 3 Jahre Umsätze in der Zukunft vorhersagen?
  • Ein Unternehmer muss heute nicht mehr alles selbst machen und können. Über die Nutzung von Komponenten (Einkauf von Spezialwissen, Tätigkeiten) soll der Gründer sich auf die Arbeit am Unternehmen konzentrieren können. Der Gründer koordiniert die Komponenten. Beispielsweise kann der Gründer die Logistik (Verpackung, Versand etc.) zukaufen. Dieses Vorgehen soll außerdem der Überforderung entgegen wirken.
  • Das Marketingkonzept ist integraler Bestandteil der Gründeridee und richtet sich nach der Gründerpersönlichkeit. Das bedeutet nichts anderes, als dass Marketing authentisch den Gründer widerspiegeln muss. Mit spektakulären Aktionen kann man viel Geld sparen. 
    Beispiel: “Schütte den Boden einer Halle mit Sand auf, stelle Palmen auf und lasse dich barfuß mit Anzug auf einer Teekiste Fotografien und schon möchten alle Medien über dich berichten oder mach es wie Bushido, schreib einen Song der politische Tabus bricht.

Was hat mir nicht so gefallen

  • Es wird primär auf Sachgüter und die Möglichkeit diese billiger zu machen fokussiert. Dies ist ein mächtiger Marktvorteil, allerdings auch der einfachste. Dienstleistungen werden kaum gewürdigt. 
    Die kreative Tätigkeit im Ideenkonzept sollte sich nicht zu stark auf den Preis fokussieren sonst könnte Blindheit für andere Marktvorteile entstehen, subtilere Marktvorteile werden zwar erwähnt, sind meiner Meinung nach aber nicht stimmig. So wird beispielsweise erwähnt, dass es bei dem importierten Tee (Teekampagne) um einen biologischen geht und dies ein weiteres Standbein (Wettbewerbsvorteil) darstellt, sollte der Preis von einem anderen Anbieter  unterboten werden. Diese Behauptung ist nicht hinreichend begründet und mein Bauch sagt mir, dass dieser Wettbewerbsvorteil nicht ausreichend ist, um am Markt zu bestehen. 
  • G. Faltin gründet Unternehmen aus der Sicherheit des Beamtenstatus. Wenn er über Risiko schreibt, habe ich das Gefühl, dass dies nicht sonderlich authentisch sein kann. Denn Herr Faltin wird nicht den sozialen Abstieg als Variante haben, falls die Wette verloren geht.
  • Die Behauptung, dass das etablieren einer Marke und das Vermarkten derselbigen ein Irrglauben sei, kann ich nicht nachvollziehen.

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Fazit

Bist du ein Gründer, der ein gesundes Mistrauen gegenüber dem sogenannten etablierten Vorgehen in Sachen Existenzgründung hat und sich wundert warum ausgerechnet Banken über Finanzierung entscheiden, obwohl diese doch das eigene Geschäftsmodell nicht im Griff haben, dann hilft dir das Buch deinen Horizont zu erweitern.

Aber Achtung: Das Buch ist keine Anleitung zum funktionierenden Business-Modell.

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