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Der andere Blick auf Versicherungen

By am Sep 6, 2018 in Allgemein, Weg in die Freiheit |

Worum es in diesem Artikel geht?

Versicherungen kosten Geld, das Du vielleicht nicht übrig hast, Du weißt nicht ob Du eine Versicherung brauchst und Du kannst Dir nicht sicher sein, dass die Versicherung bezahlt, wenn Du einen Schaden hast  – tolle Ausgangslage, oder?

Dieser Artikel erklärt/nennt Dir,

  • warum Versicherungen ein Wettgeschäft sind,
  • wie Du Dich versicherst hängt auch von Deinem Paradigma ab,
  • dass kein Mensch einen Versicherungsvertrag in Gänze verstehen kann, auch nicht die, die das juristische Kauderwelsch aufsetzen,
  • wie Du Dich vor Abschluss der Versicherung  vorbereiten kannst, dass Versicherungen nicht bezahlen,
  • wie Du mit Wahrscheinlichkeiten im Kontext Versicherung umgehen kannst und
  • einige betriebliche und private Versicherungen, die für Deine Existenzgründung wichtig sein könnten.

Hypothese: Versicherung ist ein Wettgeschäft…

Der Gründer wettet darauf, dass ihm etwas passiert – die Versicherungsgesellschaft wettet dagegen – die Versicherung wettet darauf, dass Dir nichts passiert.

Es geht also um Wahrscheinlichkeiten in einer komplexen Situation. Dies bedeutet, dass eine Entscheidung für oder gegen eine Versicherung, immer eine Entscheidung aus Unsicherheit ist. Du kannst in der Gegenwart nicht wissen, ob Du in der Zukunft eine Versicherung brauchst.

Die Versicherungsprämie ist somit nichts anderes als eine Wettquote, zuzüglich einer Gewinnspanne, die der Versicherer draufhaut. 


Versicherungen sind von Paradigmen abhängig. 

Deutschland ist für Versicherer ein Eldorado – die Deutschen lieben Versicherungen.

Es scheint aber irgendwie auch anders zu gehen.

Die Krankenversicherung (KV) ist für Deutsche eine heilige Kuh (für mich auch), wie schaffen es die Amis nur, ohne KV auszukommen?

Ich erinnere mich noch an die Einführung der Haftpflichtversicherung für Autos in Frankreich – dass Geschrei, jenseits des Rheins war groß – „bitte keine Haftpflichtversicherung für Autos“. Gott – wie konnten die Franzosen nur so leichtsinnig sein?

Es gilt: Die Versicherungsgesellschaften stellen Die Welt so da, als ob sie morgen für Dich persönlich untergeht – trotzdem gibt es Menschen, abhängig vom Paradigma, die nicht an den Untergang glauben – und diese Menschen können damit leben – komisch, oder? Welches Paradigma setzt sich bei Dir durch? 


Hypothese: Kein Mensch kann einen Versicherungsvertrag in „Gänze“ verstehen. 

Kennst Du diese Gedanken? „Ich sitze vor einem Versicherungsvertrag und ich verstehe diesen nicht, ich werde diesen abschließen müssen – sonst habe ich schlicht keinen Versicherungsschutz – verdammt, wenn ich den Vertrag abschließe, dann beruhige ich doch nur meine Nerven, dann weiß ich immer noch nicht, ob ich Versicherungsschutz habe“. Das Problem: Dein Versicherungsberater weiß das auch nicht.

Deshalb gilt: Du kannst niemals sicher sein, dass die Versicherungsgesellschaft bezahlt, denn niemand kann den Vertrag komplett verstehen. 

Weiter stellt sich die Frage, ob Versicherungsverträge nicht simplifiziert werden können. Das ist nicht einfach – sich klar auszudrücken ist eine hohe Kunst und nicht Teil eines juristischen Studiums. Wer sich klar ausdrückt, der kann eben festgenagelt werden.


Einige Wahrscheinlichkeiten im Kontext Versicherungen

Wahrscheinlichkeiten, dass der Schaden eintritt: Immer dann wenn die Versicherungsprämie gering ist, kann man davon ausgehen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der Schaden eintritt, bezogen auf die Anzahl der Versicherten, eher gering ist. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht Sinn macht eine solche Versicherung abzuschließen.  Ein typisches Beispiel hierfür ist die private Haftpflichtversicherung, die ist günstig und vermutlich sinnvoll (ich hab auch so ein Ding ) – anders sieht das vielleicht bei einer betrieblichen Haftpflichtversicherung aus. Diese macht nur Sinn, wenn man dir kausal nachweisen kann, dass Deine Dienste den Schaden verursacht haben. Und das ist gar nicht so einfach

Wahrscheinlichkeit, dass die Versicherungsgesellschaft nicht bezahlt. 

Versicherungsgesellschaften klagen immer wieder gegen Ansprüche des Versicherten. Typischerweise bei der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Ein weiterer Grund, warum Versicherungsgesellschaften nicht bezahlen, ist dass etwas nicht richtig vom Versicherten  umgesetzt wurde. Beispielsweise bei Einbruch kann es sein, dass nicht die richtige Schließanlage verwendet wurde.

Hier gilt es rauszukriegen, welche Versicherungen besonders häufig versuchen einen Schaden nicht zu bezahlen oder auf einen Vergleich aus sind. Frage konkret nach der Klagequote der Versicherung und wie hoch die Quote der Vergleiche ist. 

Existenzbedrohung

Eine niedrige Eintrittswahrscheinlichkeit heißt nicht, dass die Versicherung nicht ratsam ist. Neben der Wahrscheinlichkeit ist es ratsam zu überlegen, ob die Existenz bei einem eintretenden Schaden bedroht ist.

Beispiel:

  • Glasversicherung -> Risikofrage: „Kann ich mir eine neue Fensterscheibe leisten, bedroht dies meine Existenz“?
  • Gebäudeversicherung: -> „Bedroht es meine Existenz wenn mein Betriebsgebäude abbrennt“?

Einige betriebliche Versicherungen: 

  • Betriebshaftpflichtversicherung: Kommt für Personen-, Sachschäden sowie daraus resultierende Vermögensschäden (Bsp.: Verdienstausfall)  auf, die im Kontext der Selbstständigkeit gegenüber 3. verursacht werden.
  • Vermögenshaftpflicht: Versichert „reine“ Versicherungsschäden. Bsp.: Beratungsfehler, Fehlauskünfte, Planungsfehler…
  • Inhaltsversicherung: Versichert Brand und Diebstahl der Betriebseinrichtung- Vergleichbar mit der Hausratsversicherung

Einige private Versicherungen: 

  • Krankenversicherung: Muss jeder Selbstständige abschließen – der Selbstständige kann sich zwischen einer privaten oder einer freiwilligen gesetzlich Versicherung entscheiden. Mein Rat – gesetzlich versichern – warum? Die gesetzliche Versicherung unterstützt die Solidargemeinschaft und passt sich preislich an den Gewinn vor Steuern an.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: versichert das Risiko auf Grund von Krankheit (nicht auf Grund eines Unfalls!)  nicht mehr den Beruf ausüben zu können.

PS.: Das Beschriebene entspricht meinem Verständnis und es kann sein, dass das andere Menschen anders sehen! Letzt endlich ist alles eine Frage der Definitionen, der Werte und Paradigmen… – der eigenen Filterblase. Ein richtig und falsch gibt es vermutlich einzig in seltnen Fällen. Die Kommentarmöglichkeit  habe ich derzeit abgeklemmt, da ich keine Ahnung habe, wie die DSVOG darauf einwirkt – an dieser Stelle: „herzlichen Dank an den Gesetzgeber“!