Konstruiere ein Unternehmen, das zu dir passt!

10 Tipps: Setze das Puzzle Businessplan richtig zusammen

10 Tipps: Setze das Puzzle Businessplan richtig zusammen

By am Sep 15, 2015 in Businessplan | 0 comments

Zahlen sind nicht wirklich wichtig!

Wichtig ist, dass du das Puzzle zu einem funktionierenden und authentischen Geschäftsmodell zusammensetzt.

Dieser Artikel zeigt dir anhand von Beispielen:

  • Was in deinem Businessplan drin stehen muss.
  • Typische Fehler, die du machen kannst. 
  • Wichtige Zusammenhänge für deinen wertvollen Businessplan.
  • Dass das „Wichtige“ beim Businessplan nicht die Zahlen sind.
  • Wie du dein unternehmerisches Risiko reduzierst.

Tipp 1: Dein Businessplan ist wertvoller als du denkst.

Dein Businessplan ist einige 100.000,– Euro wert:  

Selbst bei einer kleinen Gründung musst du, damit du davon leben kannst, innerhalb von 10 Jahren wenigstens 500.000,– Euro umsetzen. Und dies ist ein Minibetrag. Du kannst davon ausgehen, dass es bei den meisten Gründern wesentlich mehr ist. Es ist demnach sehr wichtig, dass du einen risikominimierten, authentischen und getesteten Businessplan mit System erstellst und die notwendige Arbeit investierst.

Beispiel: 

Als Single ohne Familie brauchst du, damit du einigermaßen davon leben kannst, wenigstens 30.000 Euro Gewinn nach Steuern. Darauf zahlst du ca. 20 % Einkommenssteuer (inkl. Soli). Das heißt, dein Gewinn vor Steuern muss mindestens 36.000,— Euro/Jahr betragen. Dies bedeutet, dass du alleine, weil du deine privaten Lebenshaltungskosten finanzierst, innerhalb von 10 Jahren einen Umsatz von 360.000 Euro erwirtschaften musst. Bei dieser Betrachtung fehlen die Kosten, die die unternehmerische Tätigkeit verursachen. Das bedeutet, du musst wesentlich mehr als die 360.000,— Euro an Umsatz erwirtschaften.

Tipp 2: Visualisiere dein Geschäftsmodell und sehe die Zusammenhänge.

Das Geschäftsmodell als Grundlage für deinen Businessplan:

Bevor du deinen Businessplan beginnst, ist es sinnvoll einen ersten Entwurf deines Geschäftsmodells zu machen. Dein Geschäftsmodell ist die Grundlage für deinen Businessplan und gibt dir eine visuelle Übersicht, wie du Werte für deine Kunden schaffst und davon leben kannst. Das Geschäftsmodell passt sich im Laufe der Businessplan-Erstellung an. Gründe hierfür können Testergebnisse oder Widersprüche sein. Weiterführende Informationen zum Geschäftsmodell findest du hier.

Beispiel:   NewImage

Quelle:

Tipp 3: Gliedere deinen Businessplan so, dass ihn jeder verstehen kann.

Inhalt/Gliederung deines Businessplans:

Baue deinen Businessplan nach den Vorgaben des Bundesministeriums für Wirtschaft auf. So kannst du dir sicher sein, dass die Bewertungsergebnisse auf einem verbreiteten Standard aufbauen. Ein Mitarbeiter der Bank oder der IHK, HWK sollte mit der Gliederung umgehen können. Die Vorgaben des Ministeriums findest du hier.

Tipp 4: Reduziere dein unternehmerisches Risiko.

Reduziere dein unternehmerisches Risiko: 

Es gibt typische Risikotreiber bei einem Unternehmen, die optimiert werden können.  

Die 4 typischen Risikotreiber eines Unternehmens sind:

  1. Die Komplexität des Geschäftsmodells und die fehlende Beherrschbarkeit des Unternehmens.
  2. Das Unternehmen ist nicht authentisch und passt nicht zum Unternehmer.
  3. Fehlende Markttests, die sicherstellen, dass das Geschäftsmodell erfolgreich sein kann.
  4. Es gibt kein Produkt, das ein automatisches Einkommen erzeugt.

Bei der Businessplan-Erstellung kannst du gezielt dein unternehmerisches Risiko senken, in dem du oben genannte Risikotreiber optimierst. Bei der Reduktion deines unternehmerischen Risikos unterstützt dich die a-S-U-Methode.

Beispiel Markttests:

Damit du wissen kannst, ob deine Produkte am Markt angenommen werden, solltest du diese am Markt testen.

  • Die Erkenntnisse aus dem Test fließen in den Businessplan ein.
  • Auf den Erkenntnissen des Tests baust du die Weiterentwicklung deines Geschäftsmodells auf. Dabei ist es wichtig, dass du Phasen unterscheidest.
  • In der Testphase kann es durchaus bereits notwendig sein, dass du ein Gewerbe anmeldest oder eine freiberufliche Tätigkeit anzeigst. Die Testphase bedeutet aber nicht, dass du dich bereits dafür entschieden hast, von deinem Unternehmen leben zu wollen.  Die Testphase ist zum Ausprobieren da.
  • Wenn deine Tests positiv verlaufen sind, dann kannst du darüber entscheiden, ob dein Unternehmen genug Gewinn erwirtschaftet, damit du davon leben kannst. Dann kommst du in die „Umsetzungsphase“. Sollten deine Tests negativ verlaufen, kannst du jeder zeit dein Gewerbe oder deine freiberufliche Tätigkeit abmelden.

Tipp 5: Das Geschäftsmodell muss zu dir passen.

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Optimiere die Schnittmenge zwischen dir und deinem Kunden:

Es ist, meiner Meinung nach, der falsche Ansatz sich so zu verbiegen, dass man es dem Kunden recht macht. Wenn du dich verbiegst, verlierst du deine Glaubwürdigkeit und deine intrinsische Motivation. Damit steigt das unternehmerische Risiko stark an. Der richtige Weg ist deine Authentizität. Es geht darum, dass du Kunden findest die zu dir passen (Schnittmenge).

Die Schnittmenge zwischen dir und deinen Kunden findest du wie folgt:

  • Baue ein Geschäftsmodell, das zu deinen Prinzipien (Werten) und Paradigmen passt.
  • Im zweiten Schritt prüfst du, welche Kunden zu deinem Geschäftsmodell passen.
    • Wenn du jetzt merkst, dass die Schnittmenge zu klein ist kannst du überlegen, wie du dich an deine Kunden anpasst, ohne gegen deine Prinzipien zu verstoßen.

Beispiel Prinzip (Wert) „Ehrlichkeit“:

Wenn in dein Geschäftsmodell der Wert „Ehrlichkeit“ einfließt, bedeutet dies für dein Marketing, dass du keine haltlosen Aussagen triffst. Es bedeutet, dass du nicht mit Superlativen um dich wirfst. Es bedeutet, dass es stimmt, was du sagst. Kannst du dir vorstellen, wie motivierend das ist, wenn du nicht so tun musst, als ob. Die Kunden, die zu dir passen, sind Kunden, die ebenfalls ehrlich sind. Es sind Kunden, die die Wahrheit schätzen und sich nicht von Werbeversprechen einlullen lassen. Die Produkte, die Organisation und das Marketing werden am Wert der „Ehrlichkeit“ ausgerichtet.

Ich habe bewusst die Ehrlichkeit ausgewählt, damit du erkennen kannst, wie mächtig Prinzipien sind. Zugegeben, „Ehrlichkeit“ ist in einer Gesellschaft, in der der Selbstbetrug normal ist, schwer zu leben. Dieser Artikel aus der FAZ ist bezeichnet. Prinzipien helfen dir, dich zu entscheiden.

Gegenbeispiel:

  • Versicherungsunternehmen arbeiten typischerweise mit einem unehrlichen Geschäftsmodell. Vorteile des Produkts werden im Hochglanzprospekt angeprisen, die Nachteile ins „Kleingedruckte“ verbannt und nur erwähnt, wenn es der Gesetzgeber vorschreibt. Es ist in unserer Gesellschaft nicht einfach, ein ehrliches Geschäftsmodell zu konstruieren, da wir damit aufgewachsen sind Unehrlichkeit zu akzeptieren, selber zu praktizieren und gut zu finden.
  • Denk an die Politik, dort sind die Bürger angeblich selber daran schuld, dass ein Politiker nicht ehrlich ist. Wer wieder gewählt werden will, darf nicht seine ehrliche Meinung sagen.
  • Bewerbungsschreiben passen ebenso gut in diesen Zusammenhang. Ich habe in meinen Bewerbungsschreiben nie erwähnt, dass ich ab und zu überhaupt keine Lust auf Arbeiten habe und dass ich ein Problem mit Vorgesetzten habe, die mir „nur“ vorgesetzt sind.  

Tipp 6: Verzicht auf Ghostwriter: Wer schreibt, der bleibt.

Erstelle deinen Businessplan selber! 

Solltest du mit dem Gedanken spielen deinen Businessplan von einem Steuerberater, Rechtsanwalt oder sonst irgendeinem Berater erstellen zu lassen, machst du vermutlich einen Fehler. Du musst wissen, was du tust und das kannst du nur, wenn du selber alles machst. Angefangen von der Formel, mit der du deine Rentabilität errechnest. Wenn du alles selber machst, durchdenkst du alle Bestandteile deines Businessplans. Bedarfsgerechte Hilfe macht Sinn, wenn du nicht weiter kommst. Es ist normal, dass du einen inneren Schweinehund hast, der dich am Dokumentieren hindert. Überwinde diesen Schweinehund. Nur durch deine eigene Dokumentation wirst du Lücken, Widersprüche und Zusammenhänge erkennen.  

Tipp 7: Mache alles selber und von Hand.

Verwende keine Businessplan-Software, sondern arbeite mit einer Tabellenkalkulation und einer Textverarbeitung: 

Solltest du keine Version von MSOffice haben, kannst du dir ein kostenloses Officepaket runter laden. Nutze die Tabellenkalkulation „Calc“, das Textverarbeitungsprogramm „Writer“ und erstelle dir deinen Businessplan. Falls du nicht mit einer Tabellenkalkulation umgehen kannst, empfehle ich dir dringend einen Grundkurs zu machen. Ein Tabellenkalkulationsprogramm kannst du für deine Produktkalkulation, für Statistiken, für das Rechnungsschreiben und vieles mehr verwenden. Die VHS bietet zu diesem Thema günstig Kurse an.

Hier kannst du dir kostenlose Officepakte runter laden:

Tipp 7: Das Schwierige ist das Puzzle und nicht die Zahlen.

Was ist beim Businessplan wirklich schwierig?

Das was jeder kann, ist nicht schwierig: Jeder kann Rentabilität, Kapitalbedarf, Finanzbedarf, Liquidität oder sonst was berechnen. Jeder kann Steuern optimieren, wenn er es gelernt hat.

Das Puzzle zu einem nachhaltig erfolgreichen Geschäftsmodell zusammenzusetzen ist das Schwierige. Eine Geschäftsidee in ein nachhaltiges, risikominimiertes, erfolgreiches, authentisches und getestetes Unternehmen zu überführen ist das Ziel deines Businessplans. Das Puzzle erfordert Zeit, Mühe, Kreativität, Ausdauer, Glück, viel Optimismus und ein systematisches Vorgehen, damit das unternehmerische Risiko reduziert wird. Das Schwierige ist nicht erlernbar. Das Schwierige ist methodisch eingrenzbar.  

Tipp 8: Beschreibe das Gute, das Normale und das Schlechte.

Mindestens 3 Ausprägungen des Businessplans:

Der Businessplan besteht aus 3 Fällen.

  1. Der wichtigste Fall ist der Normalfall. Der Normalfall berücksichtigt den nötigen Unternehmensgewinn, damit du davon deine privaten Lebenshaltungskosten finanzieren kannst.
  2. Im besten Fall beschreibst du, was du mit Gewinnen machst, die sich besser als der Gewinn im Normalfall entwickeln.
  3. Im schlechten Fall beschreibst du, die Maßnahmen, die du ergreifst, sollte der Unternehmensgewinn nicht ausreichen, deine privaten Lebenshaltungskosten zu decken.  

Tipp 9: Im richtigen Moment das Richtige tun.

Selbstmanagement:

Dein Leitfaden als Unternehmer ist deine Unternehmensvision. Aus der Vision leitest du Ziele ab. Gewichte die Ziele mit Hilfe von S.M.A.R.T und beantworte dir die W-Fragen. Wer macht warum, was, wie , wo und wann.

Drei Methoden, die dir helfen im richtigen Moment das Richtige zu tun.

  1. Eisenhower-Prinzip: Aufgaben richtig priorisieren.
  2. Pomodoro-Technik: Aufgaben-Berge in kleine Einheiten zerteilen.
  3. Prince2: prozessorientierte und skalierbare Projektmanagementmethode.  

Tipp 10: Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.

Statistik am Schluss

Mein Rat: Verlasse dich nicht auf Statistiken, die andere erhoben haben. Verlass dich auf Tests, die du selber durchgeführt hast und erhebe dabei die Zahlen, die du brauchst. Nutze die Statistik anderer erst, wenn du deine eigenen Zahlen erhoben hast. Nutze die Statistiken anderer bestenfalls als Vergleichswerte. Statistiken sind immer vergangenheitsbezogen, sagen nichts über die Zukunft aus und schränken die Realität subjektiv ein.

Falls du nicht ohne Statistiken anderer auskommst, findest du hier einige Quellen, die dir weiter helfen:


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